21.02.2012 / EXKLUSIV/ Transvestiten erobern Luxemburg und die Herren mögen das!
Jos Hoffmanns legendäres "Zum Schweigen verdammt" (XIII)
KAPITEL VI
An Überraschungen fehlte es nie im Nachtleben Luxemburgs…und dabei sollte ich noch lange nicht am Ende meiner Erfahrungen angelangt sein…
Am gleichen Abend, nachdem ich die Geschichte mit den Pornofilmen in Ordnung gebracht hatte, suchte ich, gegen ein Uhr nachts, die Herrentoilette des Nachtklubs auf. Ich glaubte nicht richtig zu sehen: vor mir stand eine der Stripteasetänzerinnen und kehrte mir den Rücken zu.
- Was machst du denn hier, stotterte ich, die Damentoilette ist auf der anderen Seite.
Ohne Hemmungen drehte sich das Mädchen um, mit beiden Händen hielt es...ein männliches Geschlechtsorgan, das allem Anschein nach das seine war!
- Wohin soll ich denn sonst wohl hiermit pinkeln gehen, fragte das Mädchen. Der Zustand in dem sich das Ding befindet, zwingt mich dazu, im Stehen zu pinkeln.
Dies war meine erste Begegnung mit einem Transvestiten. Mir fiel auf, dass die meisten der Stripteasetänzerinnen Transvestiten waren. Sie waren im Besitz falscher Papiere und hatten sich weibliche Vornamen zugelegt. Sie kamen aus Spanien, Frankreich oder Deutschland, manche sogar aus Asien.
Ich fing an, kleine Spielchen zu treiben, um herauszufinden wer was war. Das war nicht immer einfach am Anfang, das kann ich Ihnen versichern. Da waren zum Beispiel welche, die operiert waren, d.h. bei denen man das männliche Glied durch einen chirurgischen Eingriff entfernt hatte, um es durch ein mehr oder weniger geglücktes weibliches Geschlechtsorgan zu ersetzen.
Die Kunden hatten sich ebenfalls mit dieser Tatsache abgefunden und fanden rasch Gefallen an den nicht-operierten Mädchen, mit ihren großen Brüsten, prallgefüllt mit Hormonen. Sie kamen in der Tat sehr gut an bei den Kunden und hatten unheimlichen Erfolg. Manche von Ihnen wurden sogar von Kunden zu privaten Anlässen eingeladen.
Auch heute kommt es häufig vor, dass man einem Transvestiten auf der Straße begegnet. Er (oder sie) spaziert mit seinem kleinen Hündchen durch die Straßen der Hauptstadt, kehrt, nachdem die Einkäufe erledigt sind, in einer Konditorei ein, trinkt eine Tasse Kaffee usw. Nur sogenannte „Experten“ können diese Menschen von den anderen unterscheiden. In der Regel sind Transvestiten aussergewöhnlich nette Menschen, intelligent und immer dazu bereit, anderen zu helfen. Ich erinnere mich an eine Unterhaltung, die ich eines Tages mit einem Transvestiten aus Marseille hatte und der mir sein Leben so schilderte:
- Ich bin im Alter von 16 Jahren zum Transvestiten geworden, gezwungenermaßen sozusagen. Ein Zuhälter hatte mir versprochen, dass ich sehr viel Geld verdienen könnte, wenn ich mir Silikonspritzen machen ließe, was Brüste bei mir „wachsen“ ließe. Ein Jahr lang spielte ich den Prostituierten für diesen Zuhälter, dann kaufte ich mir meine Freiheit zurück und begann mit dem Striptease.
Und seine Beziehungen zu Frauen?
- Es kommt schon mal vor, dass ich mit einer Frau schlafe, jedoch ohne dabei irgend etwas zu empfinden und nur gegen Bezahlung.
Ein anderer Transvestit, israelischer Nationalität, erläuterte mir ebenfalls sein Problem:
- Ich würde mich am liebsten operieren lassen. Ich kenne da eine Adresse in Spanien.
- Das wäre meiner Meinung nach ein Irrtum, und du könntest es später einmal bereuen, versuchte ich ihn zu überzeugen. Mit deinem männlichen Glied hast du gewiss mehr....“Freude(n)“.
Aber er war der Meinung, diese auch als Frau zu haben.
- Ich ließ mir die Spritze machen. Meine Brüste sind natürlich gewachsen. Und wenn ich mich im Spiegel sehe, oben die Brüste einer Frau, und unten mein Penis, das ekelt mich regelrecht an. Meine Mutter kleidete mich stets wie ein Mädchen und zwang mich dazu, mich wie ein Mädchen zu benehmen. Seit meiner Schulzeit bin ich also schon mit diesem Problem konfrontiert, was für mich nicht immer leicht war und ungeahnte Konflikte zur Folge hatte.
Und als dann meine Brüste anfingen zu wachsen und immer fester wurden, suchte ich gemeinsam mit meiner Mutter einen Psychiater auf. Dieser konnte jedoch lediglich feststellen, dass wir viel zu spät zu ihm gekommen waren.
Und so lebte er sein Leben, fühlte sich immer stärker zu den Männern hingezogen, mit denen er zuerst Liebes-, später dann auch Geschlechtsbeziehungen hatte, bis er schließlich eines Tages Israel verließ um nach Deutschland auszuwandern, wo sich sofort ein geschäftstüchtiger Manager um ihn kümmerte.
Einige Tage nach unserem Gespräch ließ sich Sylvie – so hieß er nun – in Spanien operieren.
Drei Monate später rief mich Sylvie an , sagte mir sie sei in der Gegend, und fragte, ob wir uns irgendwo verabreden könnten. Wir vereinbarten ein Treffen auf der „Cloche d’Or“.
Sylvie sah schlecht aus und war sehr mager geworden.
- Ich bin unglücklich, sagte sie mir und umarmte mich. Ich glaube, dass der Leidensweg, den ich während meiner Operation durchmachte, umsonst war.
Und sie begann, mir ihre Leiden zu erzählen. Zwar hatte sie nun das Recht, sich offiziell Fräulein zu nennen, auch war, was die Verwaltungen anging, alles in Ordnung, aber sie hatte keine Lust mehr am Leben und dachte sogar an Selbstmord. Ihr Freund hatte sie nach der Operation verlassen. Er, ein Luxemburger, der ihr den Himmel auf Erden versprochen hatte, war zu seiner Ex-Frau zurückgekehrt.
Wir plauderten noch ein bisschen und dann fuhr ich sie nach Hause. Während der Fahrt schlug sie mir plötzlich vor, mir ihren neuen Körper zu zeigen. Sie wollte unbedingt meine Meinung dazu hören.
Als sie so nackt vor mir lag, auf dem Bett, fiel mir etwas auf. Oberhalb ihres neuen Geschlechtsteils hatte man ihr ein Stückchen Kunststoff geklebt, das man ihr später wieder entfernen wollte. Die Haut um dieses Plastikteilchen war fürchterlich angeschwollen. Ich schickte sie sofort zu einem Arzt, der eine schlimme Infektion diagnostizierte. Es gelang ihm, Sylvie zu heilen. Aber an der Stelle, wo früher ihr männliches Glied angewachsen war, befand sich nun ein winziges Loch, das gerade ausreichte, um die Notdurft zu verrichten. Eine wahre Schlamperei.
Ich begegnete Sylvie später noch zwei Mal. Danach hörte ich nie wieder etwas von ihr. Ich musste oft an sie denken, vor allem Anfang der siebziger Jahre, als eine Unmenge Transvestiten das hauptstädtische Bahnhofsviertel bevölkerten. Man konnte sich schon fragen, wo die bloß alle herkamen, da sie sich ja untereinander nicht fortpflanzen konnten.
Was die Kunden dieser Transvestiten betrifft, die suchten alle möglichen und unmöglichen Entschuldigungen, um nicht zugeben zu müssen, dass sie homosexuell veranlagt waren. Wie zum Beispiel dieser Geschäftsmann aus der Hauptstadt, dem ich an einem Nachmittag rein zufällig in einem Hotel in Remich begegnete, als er gerade mit einem Transvestiten durch die Eingangstür kam. Der Geschäftsmann tat so, als würde er mich nicht sehen, aber seine Begleiterin grüßte mich laut. Ich lud sie ein, ein Glas mit mir zu trinken, und als der Transvestit mich für einen Augenblick mit dem Geschäftsmann allein ließ, fing dieser an:
- Da bin ich ja schön auf dich reingefallen, Jos. Das nächste Mal sagst du mir aber, dass es sich nicht um ein richtiges Mädchen handelt.
- Es ist aber nicht das erste Mal gewesen, dass ich dich mit einem Transvestiten sehe, erwiderte ich.
- Ich schwöre dir, ich glaubte, mich mit einem Mädchen einzulassen. Ich, mit einem „Travelo“, also das geht zu weit. Ich habe schließlich eine Frau und zwei Kinder, das weißt du ganz genau. Wenn jemand das erfahren würde, unvorstellbar was dann passieren würde...Ich war nur ganze zehn Minuten mit ihm oben und als ich den Betrug entdeckte, sagte ich meinem Begleiter, ich würde ihn sofort in die Stadt zurückfahren. Du darfst mir nichts unterstelllen, Jos, hörst du...!
Der Transvestit gesellte sich wieder zu uns.
- Ah, Herr Hoffmann, wenn Sie wüssten. Wir haben eine herrliche Nacht miteinander verbracht. Ich habe Urlaub und er hat seiner Frau gesagt, er müsse geschäftlich nach Gent reisen. Seit gestern Mitternacht sind wir zusammen in diesem Hotel und haben einige verrückte, aber auch unvergessliche Stunden zusammen verbracht. Ich bin noch ganz außer mir, und er auch. Nicht wahr, Schätzchen, fragte er den Geschäftsmann und gab ihm einen dicken Kuss, du wusstest nicht mehr, ob du ein Mann oder eine Frau warst?
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Fortsetzung Morgen


