22.02.2012 / Erpressungsvorwurf: Wenn’s stimmt, sind die Tage von Minister Nicolas Schmit gezählt
Hochnäsigkeit kommt vor dem Fall
Eigenbericht aus unserer Redaktion
Als wenn die aktuelle schwarz-rote Regierungskoalition in Luxemburg nicht schon genug interne Probleme hätte! Wenn der Erpressungsvorwurf des ehemaligen Pro-Actif-Chef Robert Weber stimmt, muss Arbeitsminister Nicolas Schmit gehen. Und dies sofort! Für Schmit wäre es der zweite hochnäsige Auftritt als Regierungsmitglied. Im Fall seines Sohnes versuchte er Einfluss auf Polizisten zu nehmen, wollte eine Anzeige verhindern. Laut Robert Weber hat Schmit im vorliegenden Fall seinen Rücktritt als ProAcrtif-Verwaltungsratsvorsitzenden verlangt. „Er hat mich erpresst“, so Weber. „Wenn der Arbeitsminister der Beschäftigungsinitiative kein Geld mehr überweist, dann ist sie pleite. Der Arbeitsminister hat mir das in einem Vieraugengespräch deutlich gemacht, um zu sagen, wenn du nicht zurücktrittst, bekommst du kein Geld und dann hast du die Verantwortung für 700 Arbeitsplätze.“
Sollte Robert Weber tatsächlich über schriftliche Beweisstücke verfügen, sind die Tage von Nicolas Schmit gezählt. Solche Vorgehensweisen eines Ministers sind absolut inakzeptabel. Schmit wird sich wegen des Erpressungsvorwurfs im Parlament verantworten müssen. Selbst der letzte Abgeordnete dürfte sich in diesem Fall eine solche Arroganz nicht mehr bieten lassen, zumal Schmit durch die Affäre mit seinem Sohn bereits vorbelastet ist.


