09.02.2012 / Frieden provoziert LSAP aufs Schärfste

Trotz Proteste des Koalitionspartners haut der Finanzminister weiter drauf und „killt“ den Mindestlohn

Eigenbericht aus unserer Redaktion

Da können Lux, Bodry und Konsorten noch so viel schreien, es nützt nichts! Seit Luc Frieden bei der „Journée de l’Ingénieur“ gegen Tripartite, Index und Mindestlohn gewettert hat, bleibt er unbeirrbar auf Kurs. Gestern bestätigte er vor allem seine Ideen zum Mindestlohn:

-Er darf kein zu hohes Niveau erreichen, dass er kontraproduktiv für den Arbeitsmarkt wird.

-Die Mindestlohnpolitik muss sich auf andere Zeiten einstellen

-"Eine Erhöhung des Mindestlohnes ist sicherlich schön für die, die ihn bekommen. Aber auf der anderen Seite steht auch ein Arbeitgeber, der ihn bezahlen muss".

Fakt ist, dass große Betriebe und Industrien sich immer öfter im benachbarten ausländischen Grenzgebiet ansiedeln, wo der Mindestlohn, den es für unqualifizierte Arbeiter gibt, sich bis auf die Hälfte jenes in Luxemburg obligatorischen Lohns limitiert. Dadurch verschwinden im Ländchen Arbeitsplätze und immer mehr Produktionsbetriebe denken ans umsiedeln.

Wie allerdings jetzt der Koalitionspartner der CSV mit dieser erneuten „Attacke“ fertig wird (denn Frieden wird ja wohl kaum ohne den Schirm seines Herrn Jean-Claude Juncker reden), bleibt abzuwarten. „Normale“ Sozialisten würden wohl sofort eine Regierung mit Partnern, die solche anti-sozialen Thesen verbreiten, verlassen. Nur: Dann wären die Minister ja plötzlich keine Minister mehr! Und da die Wahlen in zwei Jahren für die LSAP sowieso in die Hosen gehen, wird man bei Asselborn und Co auch noch diese Demütigungen ertragen, um weiter vom Ministersessel und seinen vielen Privilegien profitieren zu können.

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