05.02.2012 / Verarschung!
Der Sonntagskommentar aus unserer Redaktion
Er sagte mal: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”
Dann verteidigte er seine Lüge auf einem Krisengipfel in Luxemburg, den er auf Gedeih und Verderb dementierte, obschon der stattfand: „Wenn es ernst wird, muss man auch einmal lügen."
Und jetzt verarscht er die Luxemburger mit einer Arroganz sonder gleichen, indem er in einem Interview im deutschen „Handelsblatt“, nachdem er und Frieden den Luxemburgern die de facto-Pleite des Ländchens verschwiegen haben, zugibt, dass unser Land pro Kopf am meisten in den europäischen Rettungsschirm einzahlt, ein Fakt, den die beiden Finanzjongleure (mit unserem Geld) immer versteckt haben.
Wo da die Verarschung liegt? Sie ist typisch im junkerschen Stil: In besagter Wirtschaftszeitung liess der Premier die Katze aus dem Sack. Und mokierte sich offen über die Luxemburger: „Ich bin froh, dass die Luxemburger das noch nicht gemerkt haben.“ Eine schändliche, eine unannehmbare, arrogante und süffisante Aussage eines Premiers, der auf Kosten der Gutmütigkeit, der Gutgläubigkeit und der Naivität der Luxemburger auf Effekthascherei in der ausländischen Presse geht.
Es wäre so langsam an der Zeit, dass Juncker ein Buch mit dem Titel: „Wie verarsche ich mein Volk“ schreibt. Denn er weiss, dass eine grosse Mehrzahl an Luxemburgern ihm einfach blind vertraut und dass er sogar morgen im der Abgeordnetenkammer sämtliche Deputierte als Armleuchter bezeichnen könnte und doch unter dem tobenden Applaus der Volksvertreter von der Bühne treten würde.
Der Mann ist kein Politiker mehr! Der Mann ist ein (exzellenter) Schauspieler, ein Komödiant, der leider die Geschäfte dieses Landes und unausweichlich das Ländchen ins Verderben führt.
Jean Nicolas


